Versicherungen – das Leben sinnvoll absichern

Das Versicherungswesen stellt einen Wirtschaftszweig dar, in dessen Rahmen die Versicherungsunternehmen als Produzenten des Versicherungsschutzes auftreten, während die Versicherungsnehmer diesen in Anspruch nehmen.

Versicherungen – Risiko und Schaden minimieren

Der Grundgedanke einer Versicherung lässt sich einfach umreißen: die Gruppe trägt das Risiko jedes Einzelnen mit einem gemeinschaftlichen Fonds und kommt so im Schadensfall für die entstandenen Kosten auf. Dieses Prinzip ist auch bekannt als das Solidaritätsprinzip. Die Beitragskosten für diese gemeinschaftliche Absicherung berechnet sich vor allem danach, wie wahrscheinlich der Eintritt eines bestimmten Risikos bzw. Schadens tatsächlich ist. Relativ unwahrscheinlich ist beispielsweise, dass der Hausrat eines jeden Mitglieds einer Versicherung einem Feuer zum Opfer fällt. Dem gegenüber ist es sehr wahrscheinlich, dass jedes Versicherungsmitglied im Laufe seines Lebens wiederholt erkrankt.

Im Fall der Hausratversicherung müssen die Versicherten demnach weniger Beitrag zahlen. Wenn auch die Kosten nach einem Brand wesentlich höher sind als die Behandlung einer einfachen Erkrankung, so ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieses Ereignisses derart gering, dass es die Ansparung eines geringeren Fonds erlaubt. Krankheitsfälle sind – wenn auch in vielen Fällen nicht zwangsläufig kostspielig – nicht nur sehr wahrscheinlich, sondern auch häufig in ihrer Frequenz. Der entsprechende Fonds muss demnach stets eine ausreichende Summe vorrätig halten, um die laufenden Kosten der Versicherten zahlen zu können. Folglich muss der Beitrag des einzelnen Versicherten relativ hoch sein. Darüber hinaus förderlich für die Beitragskosten von Versicherung ist die Zahl der Versicherungsmitglieder – je größer die Gruppe, desto mehr Beitrag kann in Summe zusammenkommen.

Formen einer Versicherung

Zu den wichtigsten Versicherungen gehören die folgenden:

  • Eine Unfallversicherung sichert den von einem Unfall betroffenen Menschen gegen die Folgen des Ereignisses ab.
  • Eine Rentenversicherung sorgt unter anderem dafür, dass der Versicherte im Alter abgesichert ist.
  • Eine KFZ-Versicherung kommt für Schäden an Kraftfahrzeugen auf.
  • Eine Krankenversicherung ist dafür zuständig, die Behandlungskosten im Krankheitsfall und bei Mutterschaft zu tragen. Im Rahmen des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland unterscheidet man zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung (GKV und PKV). Die Aufnahme in die PKV ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.
  • Eine Pflegeversicherung tritt für die Kosten ein, die bei Pflegebedürftigkeit entstehen.
  • Eine Haftpflichtversicherung deckt die vom Gesetz festgelegte Verpflichtung ab, einen Schaden zu ersetzen, der einem anderen Menschen zugefügt wurde.
  • Eine Hausratsversicherung sichert ihren Kunden gegen ungewollte Ereignisse ab, darunter beispielsweise Feuer und Einbruch.
  • Eine Lebensversicherung umfasst die Absicherung des Lebens vor Gefahren unterschiedlicher Art. Bei Ableben des Versicherten wird sie an die Hinterbliebenen ausbezahlt, ansonsten erhält der Versicherte selbst eine Auszahlung.
  • Eine Rechtsschutzversicherung umfasst den Schutz der Rechte des Einzelnen, beispielsweise im Rahmen von Rechtsstreits, die verschiedene Parteien untereinander austragen.
  • Eine Wohngebäudeversicherung sichert Gebäude gegen unvorhergesehene Schäden ab. Hierzu gehören beispielsweise Sturmschäden und Schäden ab, die durch den Ausbruch von Feuer entstehen.

Unisex-Regelungen für private Versicherungen

Entsprechend eines Urteils des Europäischen Gerichshofes (EuGH) gilt ab 21. Dezember 2012 für alle Versicherungsunternehmen: Eine Geschlechterdiskriminierung ist untersagt. Stattdessen müssen Leistungen und Tarife angeboten werden, die geschlechtsneutral sind. Hierbei handelt es sich um die so genannten “Unisex-Tarife”. Die europäische Gleichstellungsrichtlinie sieht bereits seit geraumer Zeit die Einführung von geschlechtsneutralen Tarifen vor. Bis Anfang des Jahres 2011 wurden den Versicherungsunternehmen jedoch auf Grundlage geschlechtsspezifischer Statistiken Leistungs- und Prämienabweichungen gestattet. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes erklärte diese Regelung für unwirksam.

Der Versicherungsmarkt des 21. Jahrhunderts umfasst unzählige Formen und Ausgestaltungen von Versicherungen.